Regionales Nachhaltigkeitsforum
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„Regionales Nachhaltigkeitsforum Nordhessen“ gegründet
Kassel, 15.11.06
Gestern Abend wurde an der Universität Kassel das „Regionale Nachhaltigkeitsforum Nordhessen“ gegründet. Ziel des Forums ist es, ein Netzwerk für solidarisch und selbstverwaltet arbeitende Betriebe, Gemeinschaften, Vereine, Genossenschaften etc. der Region Nordhessen zu sein, die zu einer stärkeren Unabhängigkeit der Region besonders hinsichtlich erneuerbarer Energieträger und ökologischer Landwirtschaft beitragen.
„Es gibt schon viele kleine und größere Beispiele in Nordhessen, die solidarisch und ökologisch wirtschaften und damit zur Stärkung der Region beitragen. Mit dem Forum wollen wir den Bestehenden die Möglichkeit zur Vernetzung bieten und neuen oder in Planung Befindlichen Ansprechpartner und Berater sein“, sagt Prof. Dr. Clarita Müller-Plantenberg, die den Stein der „Solidarischen Ökonomie“ ins Rollen gebracht hat.
Zwei Sommerschulen, gestaltet von der Universität Kassel in Kooperation mit dem DGB-Nordhessen und dem Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck gab es zu diesem Thema schon. Ein Ergebnis der letzten Sommerschule 2006 war die Notwendigkeit eines solchen Nachhaltigkeitsforums. Die Teilnehmenden der Sommerschule, darunter Wissenschaftler, Studierende, Bürgermeister, Gewerkschafter, kirchlich Engagierte und viele solidarisch und selbstverwaltete Betriebe bzw. Gemeinschaften oder Genossenschaften aus dem Energie- und Landwirtschaftssektor waren sich einig, dass es lokale Wirtschaftskreisläufe braucht, die soweit wie möglich unabhängig von den Zwängen des Weltmarktes sind, um die Grundbedürfnisse der Menschen zu sichern und lebenswerte Alternativen aufzubauen. „Dadurch können dann auch wieder Arbeitsplätze entstehen für die Menschen in der Region. U.a. bietet die Novellierung des Genossenschaftsgesetzes jetzt gute Möglichkeiten, solidarisch arbeitende Unternehmen zu gründen“, betont Martina Spohr vom Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Ev. Kirche in Kurhessen-Waldeck, „dazu muss die Idee der „Solidarischen Ökonomie“ in unserer Region aber noch bekannter werden. Das ist ein Ziel des Forums.“
Das Konzept der „Solidarischen Ökonomie“ hat in Brasilien seine Wurzeln, aber u.a. auch in Italien gibt es ganze Landstriche, die damit den regionalen Schrumpfungsprozessen die Stirn geboten haben. Diese Beispiele lassen Hoffnung aufkeimen, dass dies für Nordhessen auch gelingen kann.
Im Januar will das Forum in einer Veranstaltung positive Beispiele vorstellen – unter anderem die „Wassergenossenschaft Großropperhausen“ oder die „Haubener Initiative für nachwachsende Rohstoffe“ – und damit auch die Kommunen überzeugen, dass solidarisches Wirtschaften eine Chance für die Region darstellt. Weiterhin soll eine Internetplattform eingerichtet werden. Geplant ist auch eine Messe, bei der es „Solidarische Ökonomie“ zum Anfassen, Erfahren und Verstehen gibt.